Sonntag, 21. August 2016

Rezension Nicci French - Blauer Montag

Nicci French - Blauer Montag

Rezension


Blauer Montag
Nicci French
Thriller
btb Verlag
480 Seiten
14,99€

Zum Inhalt

Als der 5-jährige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild – und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht bis ins Detail dem Wunschkind eines verzweifelten kinderlosen Patienten von ihr. Ist dieser Mann ein brutaler Psychopath? Warum hat sie das als Therapeutin nicht schon vorher bemerkt? Zusammen mit Inspector Karlsson stößt Frieda auf Parallelen zum Verschwinden eines Mädchens vor mehr als zwanzig Jahren. Mit höchst eigenwilligen Mitteln kommt Frieda dem Entführer sehr nahe. Doch dann beginnt eine Jagd gegen die Zeit … 

Zu den Autoren (Quelle: randomhouse)

Hinter dem harmlosen Verfassernamen Nicci French, den viele Leser und Kritiker für eine weitere geniale weibliche Autorin der britischen Kriminalliteratur halten, verbirgt sich etwas anderes als erwartet: Nicci French - das ist das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Beide sind Briten, beide haben in Oxford Englische Literatur studiert und als Journalisten gearbeitet und beide sind verantwortlich für so außergewöhnliche und spannende Romane wie Der Sommermörder, Höhenangst und Das rote Zimmer.

Nicci Gerrard und Sean French vollbringen das Kunststück einer Beziehung, in der zusammen gelebt, geliebt und gearbeitet wird. Das Ehepaar lebt gemeinsam mit seinen Kindern in der Nähe von London und erobert seit einigen Jahren zu Recht die weltweiten Bestsellerlisten.

In einem Interview verraten sie ihren persönlichen Arbeitsstil: Jeder der beiden schreibt für sich allein, allerdings erst, nachdem gemeinsam ausgiebig recherchiert, diskutiert und geplant wurde. Im Vordergrund stehe immer der Gedanke, eine neue Person zu erschaffen, und das gelinge nur, wenn die Geschichte aus der Sicht einer Erzählstimme geschildert werde.

Gemeinsam arbeiten Nicci Gerrard und Sean French zunächst die Form, Geschichte, Handlung und die Charaktere aus, um schließlich einem von beiden den ersten Pinselstrich zu überlassen. Das Oeuvre wird dann vom jeweils anderen überarbeitet, ergänzt und mit Anmerkungen versehen. Die überarbeitete Fassung wird nun vom Korrektor bearbeitet und wieder an den ersten Autor übergeben. Und so geht es weiter, bis Kapitel um Kapitel entsteht und das Buch an Form gewinnt.

Das Ergebnis ist perfekt. Jeder Roman überzeugt mit einer einheitlichen Sprache, der Stil ist ohne Brüche und die Charaktere sind fein gezeichnet. Es ist kaum zu glauben, dass zwei Menschen ein Werk erschaffen können, in dem nur eine Stimme erklingt. Aber das ist wohl das Geheimnis der beiden: nur wenn Harmonie und Einigkeit herrscht, kann ein Ehepaar zusammen leben und arbeiten, ohne Konkurrenz und ernste Krisen befürchten zu müssen.

Meine Meinung

Ein spannender Auftakt einer grossartigen Reihe. London zeigt sich von seiner düsteren Seite und hier kommt man voll auf seine Kosten.
Bis zum Ende versteht es das Autorenduo die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser auf die ein oder andere Fährte zu führen.

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